
Berufserkundungsparcours 2025
«Ich durfte schon Schülerinnen und Schüler bei mehreren Berufserkundungsparcours betreuen und ihnen einen Blick in unseren Berufsalltag geben. Das finde ich wichtig, dass zukünftige Lernende verschiedene Berufe schnuppern können», sagt Mirjam Zemp, Fleischfachfrau EFZ Feinkost und Veredelung von der Wechsler Metzg. Zemp:
«Wir hatten auch schon Schülerinnen und Schüler, die bei uns nach dem Berufserkundungsparcours zum Schnuppern kamen. Der Anlass kann auch neue Tore zur Berufswelt öffnen und das Interesse an einem Beruf wecken.»
Die beiden Geschwister Vera und Marlene Von Holzen durften in die Welt des Metzgerberufes eintauchen. Warum haben sie sich für den Besuch bei der Metzgerei entschieden? Marlene: «Ich war dieses Jahr schon in Sursee bei einer Metzgerei schnuppern, es hat mir sehr gut gefallen. Ich könnte nicht den ganzen Tag am Computer sitzen, arbeite gerne mit den Händen, der Verkauf mit dem Kundenkontakt gefallen mir.»
Das Kreativ sein gefällt auch Vera Von Holzen: «Ich freue mich auf die Fleisch-Spiessli und das Apéro-Plättli, welches wir zusammenstellen können.» Hat sie auch schon ein Berufswunsch? «Restaurationsfachfrau würde mich sehr interessieren. Etwas im Bereich der Gastronomie.»
Vom Parcours zum Lehrvertrag
Die Berufswelt des Metallbauers erleben durften am Dienstagmorgen Luca Bättig, Marcel Hofstetter und Kimi Burch, am Nachmittag kamen Marco Rey, Valentin Hofstetter und Lenn Brunner. Sie kamen alle in den Genuss eines Kerzenständers, den sie fabrizieren konnten. «Es beinhaltet mehrere Arbeitsprozesse, wie Scheren, Entgraten, Bohren, Abkanten und Schweissen. Die Schülerinnen und Schüler sind sehr stolz, wenn sie das fertige Produkt in den Händen halten», so Marcin Wangeler, der seine Lehrzeit als Metallbauer in diesen Tagen erfolgreich beendete. «Dass ich heute die Schüler betreuen konnte, war eine schöne Aufgabe für mich, was ich sehr schätze.» Inhaber Jimmy Meier, der seit Beginn im Jahr 2016 mitmacht, sagt: «Immer der älteste Lehrling übernimmt die Betreuung beim Berufserkundungsparcours. Ich habe nur gute Erfahrungen gemacht, wenn die Lehrlinge, die nur ein paar Jahre älter sind als die Schüler, über ihren Berufsalltag berichten.» Marcin Wangeler zum Beispiel fand den Weg zu seinem heutigen Arbeitgeber via Berufserkundungsparcours und Schnupperlehre. Meier: «Beide Seiten profitieren. Schülerinnen und Schüler, wie auch Firmen. Aus einem Schülerbesuch kann ein zukünftiger Lehrling werden.»
Und wie hat es Luca Bättig gefallen?
«Sehr gut. Ich habe gesehen, wie etwas von A bis Z entsteht. Von der Skizze bis zum Endprodukt.»
Wie waren die Eindrücke bei Marcel Hofstetter?
«Es war sehr interessant. Es ist ein Kleinbetrieb, da muss jeder alles machen, es ist sehr abwechslungsreich. Ich sehe mich in einem handwerklichen Beruf. Privat habe ich auch eine Schweissmaschine, deshalb habe ich mich für den Metallbauer-Beruf interessiert.»
Und was meint Kimi Burch?
«Ich arbeite gerne mit Metall, das Handwerk interessiert mich generell, könnte mir aber auch vorstellen, in der Informatikbranche etwas zu machen.»
Start zur Berufswahl
Organisiert wird der Berufserkundungsparcours (früher Lehrstellenparcours) jeweils von der Schule Ruswil und vom Gewerbeverein Ruswil. Eine vor neun Jahren ins Leben gerufene Erfolgsgeschichte ist das, wie Pirmin Rogger, Unternehmer und Vorstandsmitglied des Gewerbevereins, betonte: «Die Schülerinnen und Schüler können die Vielfalt der Berufe erleben. Sie besuchen mehrere Firmen, können sich so ein Bild machen und eventuell neue Fähigkeiten oder Interessen entdecken.»
Für die Schule ist es ein wichtiger Anlass, wie Tobias Graf (Vertreter Schule) bestätigt:
«Wir schätzen die Zusammenarbeit mit den Betrieben und dem Gewerbeverein sehr. Für unsere Schülerinnen und Schüler der ersten Sekundarschule ist es ein Startschuss für die Berufswahl. Sie haben Einblick in Berufe, die sie bisher nicht kannten.» Bei vielen Jugendlichen wird durch den Parcours das Interesse an einem Beruf geweckt, sie werden dann direkt zu Schnupperlehren eingeladen. Graf: «Es gibt Fälle, da war der Berufserkundungsparcours der Türöffner für eine spätere Schnupperlehre, die bis zu
einem Abschluss des Lehrlingsvertrages führte.»
Text und Fotos Anzeiger vom Rottal, Michael Wyss